Renault 8 Gordini Concept: Eine Heckantriebs-Ikone für das elektrische Zeitalter

Renault 8 Gordini Concept: Eine Heckantriebs-Ikone für das elektrische Zeitalter
  • Neuauflage als Elektro-Coupé im Rennsport-Design
  • Auf das Wesentliche reduzierte „Café Racer“-Ästhetik
  • Präsentation des Konzeptfahrzeugs auf dem Pariser Automobilsalon 2026
In den vergangenen fünf Jahren hat Renault einige seiner legendärsten Modelle aus über 125 Jahren als Einzelstücke wieder zum Leben erweckt. Die Marke pflegt damit ihr Erbe – noch bevor in rund fünfzehn Monaten das künftige Museum „Renault Collections“ in Flins eröffnet wird, wo die Fahrzeuge dann der breiten Öffentlichkeit zugänglich sein werden.

Nach dem Showcar R17 electric restomod x Ora Ïto und dem Renault 5 Diamant – einem in Zusammenarbeit mit Pierre Gonalons entstandenen Art Car – legt Renault nun den legendären Renault 8 Gordini neu auf: als charakterstarkes zweisitziges Elektro-Coupé mit einem vom Motorsport inspirierten Design.

Mit seiner flachen und breiten Karosserie, seiner Strassenlage und dem 270 PS starken Elektroantrieb ähnelt das Konzeptfahrzeug in jeder Hinsicht einem modernen Rallye-Auto. Die klaren Linien des „Café Racer“-Designs verbinden Tradition und Fortschritt und erwecken den echten Gordini-Spirit wieder zum Leben.

Das Renault 8 Gordini Concept wird am 24. September auf dem Renault Carwalk – dem Marken-Showroom an den Champs-Élysées in Paris – vorgestellt und ist anschliessend vom 12. bis 18. Oktober 2026 am Renault Stand auf dem Pariser Autosalon zu sehen.

„Mit dem Renault 8 Gordini Concept verbinden wir unser Erbe und die Moderne und bringen die Ikonen von gestern und morgen zusammen. Das Konzeptfahrzeug ist eine Stilübung, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Renault 8 Gordini für die heutige Zeit neu zu erfinden. Das Coupé soll Emotionen wecken und die Fantasie aller Autoliebhaber beflügeln. Und wenn ich von Emotionen spreche, meine ich damit nicht Nostalgie, sondern echte Leidenschaft für Autos.“
Alexandre Malval, Vice President Design, Renault

Ein lebendiges Erbe
Das Renault 8 Gordini Concept ist nicht nur eine Hommage an eine Ikone des französischen Motorsports. Es zeigt auch, wie Renault sein Erbe lebendig hält. Die Marke hat jüngst einige ihrer ikonischsten Modelle neu aufgelegt – mit einzigartigen Designs, die einen Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft fördern. Das neue Renault 8 Gordini Concept setzt diesen Ansatz fort. Es wird zu einem Teil der Geschichte und des Erbes der Marke – und es wird seinen Platz neben den historischen Modellen, Archivmaterialien und Kunstwerken einnehmen, die im künftigen Markenmuseum „Renault Collections“ in Flins zusammengeführt werden, das in etwa fünfzehn Monaten für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll.

Eine Ikone für Könner
Der Renault 8 Gordini wurde 1964 eingeführt, mit einem 95 PS starken Motor im Heck und Hinterradantrieb. Er bot echte Rennsport-Performance, erforderte allerdings auch fortgeschrittene Fahrkünste – ein ebenso effizientes wie anspruchsvolles Fahrzeug, das einer ganzen Generation von Fahrern, darunter Jean Ragnotti, als hervorragendes „Trainingsauto“ diente.

Die sportliche Version eines Serienmodells: Mit dem Gordini machte Renault schon ein Jahrzehnt vor dem GTI-Phänomen fortschrittliche Performance erschwinglich. Die charakteristischen doppelten weissen Streifen wurden dabei zum Markenzeichen. Jetzt greift Renault dieses ikonische Modell wieder auf – zur Freude von Automobilenthusiasten überall.

Design made by Renault
Im Gegensatz zum Showcar R17, das auf einer Zusammenarbeit zwischen dem bekannten Designer Ora Ito und den Designteams der Marke basierte, ist das Design des Renault 8 Gordini Concept zu 100 Prozent eine eigene Entwicklung.
Das Projekt begann mit einem internen Wettbewerb bei Renault Design, der eine enorme Welle der Begeisterung auslöste. Die Designer der Marke reichten spontan über 300 Skizzen ein: von klassischem Retro-Design bis hin zu futuristischem Styling, von Konzepten, die Tradition mit moderner Avantgarde verbanden, bis hin zu GT-inspirierten Looks. Zwei Projekte wurden ausgewählt und als Modelle im Massstab 2:5 weiterentwickelt, um sie zu vergleichen und daraus einen neuen Entwurf zu erstellen, der das Beste aus beiden vereint.

Proportionen eines Rennwagens
Das Renault 8 Gordini Concept ist 4,12 Meter lang, 1,88 Meter breit und 1,27 Meter hoch und zeichnet sich durch besonders kompakte und dynamische Proportionen aus. Ausgestattet mit 19-Zoll-Rädern vorne und 20-Zoll-Rädern hinten liegt er so satt auf der Strasse wie moderne Rallye-Fahrzeuge. Das zweitürige Coupé ist weitaus dynamischer als das ursprüngliche viertürige Modell; die aggressive Frontpartie wird durch das V-förmige Design und sechs Scheinwerfer betont.

Das Heck ist breit, muskulös und stark modelliert – ein Design, das den im Heck platzierten Motor und den Hinterradantrieb betont. Der Unterschied ist, dass das Konzeptfahrzeug von einem 270 PS starken Elektromotor angetrieben wird. Zusätzlich unterstrichen wird diese hohe Leistung durch die leicht nach hinten geneigte Heckpartie, die beim Originalmodell fehlte.

„Der ursprüngliche Renault 8 war im Grunde von vorne bis hinten symmetrisch – ein unverwechselbares Design, das wir aktualisiert haben, um dem Konzeptfahrzeug einen dynamischeren Look zu verleihen. Mit den fliessenden Linien, der breiten Spurweite, den markanten Kotflügeln, den 19-Zoll-Rädern vorne und den 20-Zoll-Rädern hinten scheint er sich förmlich an die Strasse zu schmiegen. Dass die Hinterräder grösser sind, sorgt für eine Art optischen Schwung: eine Anspielung auf den Hinterradantrieb als Markenzeichen des enorm fahraktiven Originals.“
Alexandre Malval, Vice President Design, Renault

„Café Racer“-Spirit
Das Renault 8 Gordini Concept nimmt den „Café Racer“-Trend auf, der derzeit in der Welt der Custom-Motorräder beliebt ist. Die Idee ist, Vintage-Motorräder zu modernisieren, von überflüssigen Elementen zu befreien und die rohe Schönheit der Materialien und mechanischen Teile optimal zur Geltung zu bringen. Auch das Design des Renault 5 Turbo 3E verfolgte bereits diesen Ansatz.

In diesem Sinne wurde beim Renault 8 Gordini Concept alles Überflüssige entfernt – selbst die Retro-Dekorelemente, die als Hommage an das Design des ursprünglichen Renault 8 Gordini dienen sollen. So ist beispielsweise die verchromte Seitenleiste des Originals nun direkt in die Karosserie integriert. Als markante Linie erzeugt sie eine Spannung, die aus dem Inneren der Karosserie zu kommen scheint.

Zudem wurden zahlreiche trennende Linien entfernt, um die saubere und modellierte Form des Fahrzeugs zu verstärken. Vorne beispielsweise gibt es keine Nahtlinie an der Motorhaube, die – genau wie bei einigen Rennwagen – in einem Stück abgenommen werden kann.

Ein Spiel mit Anspielungen
Zwar weisen die Proportionen des Konzeptfahrzeugs kaum Ähnlichkeit mit dem Originalmodell auf; viele Designmerkmale und Markenzeichen wurden jedoch in modernisierter Form übernommen.

So wurde der Schriftzug „Gordini“ überarbeitet und weist nun die Streifen des Original-Emblems auf. Ergänzt wird der Schriftzug durch ein neues „8“-Emblem, das aus acht Segmenten besteht. Diese Merkmale spiegeln die Liebe zum Detail wider und erinnern zugleich an das Design von maschinell bearbeiteten Teilen der damaligen Zeit.

Als Hommage an das Rhombus-Logo, das die Front des Originalmodells zierte, ist im Innenraum ein Wappen zu sehen, das dem legendären „Gorde“ Tribut zollt.
Für die modernisierte Version übernommen wurde die vertiefte Prägung entlang der Gürtellinie – ein charakteristisches Designmerkmal des Originals, die jetzt sogar einen praktischen Zweck erfüllt, indem sie den Luftstrom zu einer neuen Lüftungsöffnung leitet.

Auch die rechteckige Form der Radkästen ist dem Original nachempfunden, um dem Profil ein muskulöseres Aussehen zu verleihen.

Die Frontpartie schneidet weiterhin durch die Luft, einen Kühlergrill gibt es nicht. Die Scheinwerfer der Rallye-Version sind nun ebenfalls integriert und formen eine einheitliche Lichtsignatur mit insgesamt sechs runden Leuchten.
Weitere Verweise auf das Original sind die muschelförmigen Aussenspiegel und der Grill, der sich am unteren Rand der Windschutzscheibe über die gesamte Breite der Motorhaube erstreckt. Auch das hintere Lüftungsgitter wurde beibehalten – nicht nur aus funktionalen, sondern auch aus ästhetischen Gründen.

„Neben weiteren Merkmalen greift das Renault 8 Gordini Concept auch die Scheinwerfer des Originals wieder auf – als Teil eines stark grafischen Designansatzes. An der Front sind die sechs runden 3D-Scheinwerfer in die Karosserie integriert, während die Leuchten am Heck vollkommen bündig mit der Karosserie abschliessen – so sehr, dass sie im ausgeschalteten Zustand kaum zu erkennen sind. Ein Design, das den ikonischen Charakter des Fahrzeugs unterstreicht.“
Alexandre Malval, Vice President Design, Renault

„Die eckigen Radhäuser, die vom ursprünglichen Renault 8 Gordini übernommen wurden, betonen die kraftvollen Linien des hinteren Flügels.“
Kévin Goncalves, Exterieur-Designer

„Die Farbe des Konzeptfahrzeugs wurde von Bleu de France inspiriert, der charakteristischen Farbe des originalen Renault 8 Gordini. Die moderne Neuinterpretation der Lackierung nutzt einen dreischichtigen Aufbau, bei dem Perlmutt mit einem blau getönten Bindemittel kombiniert wird, um mehr Tiefe und Farbreichtum zu erzielen. Im Licht lässt sich an den Rändern der historische Blauton erahnen, was die modellierten Karosserielinien voll zur Geltung bringt.“
Thomas Altet, Designer Farben und Materialien

Der doppelte weisse Streifen als Leitmotiv
Ursprünglich ein dekoratives Merkmal, ist der doppelte weisse Gordini-Streifen beim Renault 8 Gordini Concept zu einem strukturellen Bestandteil geworden. Mehrere Designmerkmale sind nun auf diesen Streifen ausgerichtet, darunter der Grill am unteren Rand der Windschutzscheibe und das beleuchtete grafische Muster im Inneren der Rückleuchten. Der Doppelstreifen erstreckt sich sogar bis in den Innenraum, wo er über die Oberseite des Armaturenbretts läuft; die Farbe geht dabei von Weiss in Blau über.

„Es sind nicht einfach dekorative Streifen auf einer Oberfläche, sondern strukturelle Elemente, die das Design koordinieren.“
Kévin Goncalves, Exterieur-Designer

Ein Interieur mit Klarheit und Stil
Den Innenraum interpretiert das Renault 8 Gordini Concept mit einer deutlich kühneren Ästhetik als beim Original. Während sich die Armaturentafel nach wie vor über die gesamte Breite des Innenraums erstreckt, sind die runden Anzeigen auf einem horizontalen Streifen aus gebürstetem Aluminium angebracht; in den breiten Einfassungen der Instrumente spiegelt sich das 3D-Design der Scheinwerfer wider. Im Einklang mit der „Café-Racer“-Ästhetik wurden Kunststoffmaterialien durch gebürstetes Aluminium ersetzt. Es kommt für die Bedienelemente und auf grossen Flächen zum Einsatz und bildet einen Kontrast zu den mit Alcantara® bezogenen Bereichen.

Dank dieses minimalistischen Designs bleibt kaum noch etwas, was den Fahrer ablenken könnte. Der Fokus liegt ganz klar auf dem Fahren. Das einzige auffällige Detail ist der rote Punkt auf dem Stoppuhrknopf in der Mitte der Armaturentafel.

Die Ziernähte auf den Alcantara®-Türverkleidungen erinnern an die Randsteine einer Rennstrecke, während die Schalensitze auf die Sitze des Vorgängermodells verweisen: Das blaue Cord in der Mitte der Sitzfläche und der Rückenlehne bildet einen Kontrast zu den übrigen schwarzen Teilen des Schalensitzes und erinnert an die alten, flachen Sitze ohne Kopfstützen.
Das für die Karosserie verwendete Carbon kommt im Innenraum nicht zum Einsatz. Die runden Anzeigen, die über der Armaturentafel aus gebürstetem Aluminium zu schweben scheinen, sind digitale Displays. Sie verleihen dem Innenraum ebenso wie die indirekte Ambientebeleuchtung unter dem Armaturenbrett eine Hightech-Anmutung.

„Wir haben uns vom Armaturenbrett des ursprünglichen Renault 8 inspirieren lassen, seine ikonischen Designmerkmale aufgegriffen und für die Gegenwart neu interpretiert. Die traditionelle Metallblende mit ihren Rundinstrumenten wurde horizontal neu positioniert, um die perfekt ausgerichteten runden Displays in Szene zu setzen. Das Ergebnis ist ein Design, das sowohl moderner als auch eleganter wirkt und gleichzeitig eine klare Verbindung zur Vergangenheit bewahrt. Der gesamte Innenraum und das Kombiinstrument liegen unter einer fliessenden Gürtellinie, die ein Gefühl von Reinheit vermittelt und ein vollkommen freies Sichtfeld bietet.“
Stéphane Maiore, Leiter Interieur-Design, Renault

„Wir haben die Anzahl der Teile im Innenraum auf ein Minimum beschränkt und jedes einzelne sorgfältig gestaltet. Sie sind sowohl Teil der Struktur als auch der Verkleidung. Nichts ist überflüssig.“
Robin Biondi, Interieur-Designer

Amédée Gordini: Der Zauberer
Er gilt als Zauberer der Mechanik: Amédée Gordini arbeitete erstmals 1957 mit Renault zusammen, als er die Motorleistung der Dauphine Gordini von 32 PS auf 37 PS steigerte. Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Als Nächstes folgte der legendäre Renault 8 Gordini, der den zwei weissen Streifen ihren Platz in der Ruhmeshalle des Motorsports sicherte. Seinen Spitznamen „Der Zauberer“ verdankte Amédée Gordini seiner Fähigkeit, selbst den bescheidensten Motor in ein echtes Vollblut zu verwandeln. Ein Zeichenbrett brauchte er dafür nicht. Er stellte sich einfach neben den Fräser und sagte ihm, was zu tun war und wie er bestimmte Teile direkt aus dem Motorblock herausfräsen sollte. Anschliessend übergab er das fertige Teil dem Zeichner, damit dieser die Zeichnung anfertigen konnte. Reine Zauberei!
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